Die ersten Tage im neuen Heim

Die ersten Tage im neuen Heim

Lange hast du dich auf den neuen Mitbewohner vorbereitet. Viele Bücher und Webseiten sind durchgelesen, das Gehege wurde liebevoll eingerichtet, das richtige Futter ist besorgt. Und wenn dann der kleine Hamster oder die Mäuschen einziehen ist die Aufregung und die Erwartungshaltung groß und kaum ist das neue Tierchen da, sitzt du aufgeregt vor dem Gehege. Nicht selten kommt dann die große Enttäuschung, wenn sich die neuen Hausgenossen nicht blicken lassen oder so gar keine Notiz von dir nehmen. Für die neuen Heimtiere ist so ein Umzug allerdings mit sehr viel Stress verbunden, häufig sind sie zum ersten Mal von ihrer Familie getrennt und müssen lernen allein zurechtzukommen, das neue Gehege ist völlig fremd und alles riecht falsch. Da ist der Mensch, der erwartungsvoll vor dem Gehege steht, erst einmal gar nicht so interessant. Die neuen Mitbewohner brauchen jetzt viel Ruhe und Zeit, um sich an ihre neue Lebenssituation zu gewöhnen und diese Zeit sollten wir ihnen auch geben.

Es wird nur in das Gehege gefasst, um nach ein paar Tagen die Pinkelecken zu reinigen und zu kontrollieren, ob auch kein Frischfutter gebunkert wird. Ansonsten beschränkt sich der Kontakt mit den Tieren erst einmal darauf, dass sie zu den üblichen Zeiten gefüttert werden. Dabei kannst und solltest du dich ein wenig mit den Tieren unterhalten, damit sie die Stimme ihres neuen Futtergebers kennen lernen. Manche Tierhalter singen sogar ein bestimmtes Lied, pfeifen oder verwenden andere Geräusche, um die Fütterung anzukündigen und schon nach kurzer Zeit erkennen die neuen Mitbewohner die Fütterungszeit und wissen, dass es ungefährlich und sogar erfreulich ist, wenn der Mensch kommt. Vorwitzige und neugierige Tiere schauen dann schon gleich nach, was es zu fressen gibt oder erkunden die Hand des Besitzers. Andere hingegen bleiben verschwunden und es dauert einige Tage oder Wochen, bis sie Vertrauen fassen. Da braucht es manchmal viel Geduld.

Damit die Tierchen dich in Ruhe kennen lernen können und neugierig auf dich werden, solltest du nach ein paar Tagen die Hand in das Gehege legen und einfach abwarten. Aber lege die Hand nie direkt vor die Haustür oder vor ihr Nest und niemals die Fluchtwege abschneiden, das macht die Tiere sehr nervös. Manche Tierchen krabbeln bald auf der Hand herum und beißen auch schon mal hinein. Keine Angst, das ist nur Neugierde und tut nicht sehr weh. Die Hand wird einfach langsam zurückgezogen. Schimpfen oder gar Schlagen bringt nichts. Futter auf der Hand animiert die Tiere natürlich dazu, auf die Hand zu krabbeln, aber es animiert die Tiere auch dazu, in die Hand zu beißen. Üblicherweise knabbern die Tiere nur vorsichtig an den Fingerspitzen, dann kannst du sie ruhig ein wenig zurückstupsen, aber vorsichtig, diese kleinen Wesen sind nicht sehr robust! Beißt das Tierchen richtig zu, dann hat es Angst, vielleicht weil die Hand an der falschen Stelle liegt oder wegen eines lauten Geräusches, einem falschen Geruch oder Ähnlichem. Verwende immer die gleiche Seife und kein Parfüm und sorge für Ruhe, wenn du Kontakt mit den Tieren aufnimmst und bedränge sie nicht. Mit viel Ruhe und Geduld werden so aus Fremden bald Freunde.