Frischfutter für Hamster, Rennmäuse und andere Wühler

Frischfutter für Hamster, Rennmäuse und andere Wühler

Hamster, Rennmäuse und andere Wühler decken ihren Flüssigkeitsbedarf sehr gern über frisches Futter. In freier Wildbahn verzehren sie verschiedene grüne Pflanzenteile, Wurzeln, sehr selten Beeren und wenn sie diese erreichen können auch gern Kulturpflanzen wie beispielsweise verschiedene Gemüse und Früchte. Professor Gattermann wusste von seinen Forschungsreisen nach Syrien zu berichten, dass Goldhamster dort sehr gern in Gemüse- und Getreidefeldern wohnen. Er fand sogar einen Hamster im Melonenfeld, der sich fast ausschließlich von Melone ernährte. Allerdings ist eine so einseitige Ernährung auch für wilde Hamster nicht gesund und eher darauf zurückzuführen, dass der kleine Kerl keine andere Möglichkeit hatte. Unsere Heimtiere dürfen gern abwechslungsreicher ernährt werden.

Eine sehr gesunde Möglichkeit den Tieren frisches Futter anzubieten, sind selbstgezogene Graswiesen. Dazu werden einfach Getreide-, Gras- und Kräutersamen auf ungedüngter Erde (Kakteenerde) oder Sand ausgesät. Geeignet sind Getreide wie Hafer, Hirse und Gerste, verschiedene Küchenkräuter, beispielsweise Petersilie, Dill und Oregano, aber auch Wildkräuter wie Löwenzahn, Luzerne und Spitzwegerich. Wenn das frische Grün hoch genug gewachsen ist, wird es abgeschnitten und verfüttert. Das Grün kann auch in kleinen Keramikschalen angepflanzt und direkt mit der Schale in das Gehege gestellt werden, die kleinen Wühler nehmen diese aber dann auch komplett auseinander.

Frisches Gemüse gehört zum täglichen Hamstermenü. Es bietet neben Flüssigkeit auch viele Nährstoffe und Vitamine. Kleine Stückchen Möhren, Pastinaken, Steckrübe, Sellerie oder Fenchel dürfen nicht im Futternapf fehlen. Möhren enthalten allerdings viel Zucker und dürfen deshalb nicht im Übermaß verfüttert werden. Biosalate enthalten weniger Pestizide und können in kleinen Mengen verfüttert werden, ungedüngte Salate aus eigenem Anbau sind ganz besonders begehrtes Futter. Salatgurken bieten viel Flüssigkeit und Paprika enthalten viele Vitamine. Auch grüne Teile von Gemüsepflanzen wie Möhrengrün, Kohlrabiblätter, Maisblätter und Fenchelgrün werden von unseren Wühlern gern verzehrt. Kohl eignet sich nur in sehr kleinen Mengen, Hartkohlsorten wie Weiß- oder Rotkohl führen zu starken Aufgasungen und sollten nicht verfüttert werden. Brokkoli, Chinakohl und Blumenkohl werden in sehr kleinen Mengen vertragen.

Wenn die kleinen Wühler das begehrte Gemüse irgendwo in unterirdischen Nestern bunkern, wo es bald anfängt zu schimmeln kann das schnell ihrer Gesundheit schaden. Eine Möglichkeit das zu verhindern sind Futterspieße, auf denen das Gemüse aufgespießt und in das Gehege gelegt wird (auf keinen Fall wird der Spieß aufgehängt, er darf nicht schwingen, sonst besteht Verletzungsgefahr!). Die Nager können das Gemüse von dem Spieß nur in kleinen Stücken abnagen und das verhindert meistens, dass sie das Futter wegschleppen.

Und wie steht es mit dem Obst? Wühler können größere Mengen Zucker nur schlecht verstoffwechseln, Obstgaben führen bei ihnen zu einem länger anhaltenden hohen Blutzuckerspiegel, was auf Dauer zu Schädigungen führt. Einige Zwerghamsterarten (vor allem Dsungaren/Campbellhybriden und Campbells) bekommen sogar eine echte Diabetes. Deshalb sollte Obst eine absolute Ausnahme bleiben. Einmal in der Woche eine kleine Beere, ein winziges Stück Apfel oder ein achtel Erdbeere ist das absolute Maximum. Aber nötig sind Obstgaben nicht und ob sie sinnvoll sind, ist sehr umstritten.